Geldanlage

Obwohl es Banken erst seit einigen Jahrhunderten gibt, können sich viele Laien und Experten eine Welt ohne Tagesgeld, Börse und Immobilien kaum vorstellen. Beim der Geldanlage, dem “financial Investment”, sollten sich Anleger zunächst mit den wichtigsten Zielen der Geldanlage vertraut machen: Wie hoch soll die Rendite sein? Welches finanzielles Risiko bin ich bereit einzugehen? In Einzelfällen kann auch ein Anlageberater wertvolle Tipps geben.

Spätestens seit der Gründung der ersten Banken im 17. Und 18. Jahrhundert spielt das Thema Sparen und Geldanlage eine besondere Rolle. Schließlich möchte wohl jeder wissen, wie man am besten das eigene Vermögen sicher, effektiv und zuverlässig vermehren kann. Im Laufe der Zeit entstanden immer wieder verschiedene Trends, die kamen und gingen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann das Wertpapiergeschäft in den USA stark an Beliebtheit. Heute haben es Kleinanleger hauptsächlich mit Tagesgeld, Festgeld und Sparbüchern zu tun.

Heute kann gesagt werden, dass Anleger in der Regel vier verschiedene Ziele unterschiedlich stark verfolgen. In der Praxis schließen sich diese Ziele gegenseitig aus, doch letztlich streben sowohl Privatanleger, als auch Großanleger dazu, möglichst viele dieser Ziele zu erreichen.

Das erste Ziel ist gerade für Kleinanleger von großer Bedeutung: Hohe Sicherheit. Gerade Laien die sich mit der Materie nicht besonders gut auskennen, setzen auf Anlagemöglichkeiten, die eine hohe Sicherheit zu bieten haben. Während das Sparen vor 100 Jahren mit einem gewissen Risiko verbunden war, sind Anlagebeträge heute – beispielsweise in Form von Tagesgeld oder Sparbuch – in Deutschland bis zu 100.000 Euro staatlich besichert.

Das Ziel Rendite spielt sowohl für Kleinanleger, als auch für Großanleger eine besondere Rolle. Hierbei ist sowohl der Zinssatz, als auch die Laufzeit von großer Bedeutung. Je höher der Zinssatz und je länger die Laufzeit, desto höher ist in der Regel auch die Rendite.

Das zweite Ziel führt unweigerlich zum dritten Ziel, denn nicht jeder Anleger möchte unbegrenzt auf sein Geld warten. Deshalb hat das Ziel Liquidität ebenfalls eine große Bedeutung. Schließlich soll das angelegte Geld schnell wieder zu Geld gemacht werden. In der Praxis heißt dies, dass das Geld schnell wieder verkauft werden soll. In der Fachsprache sprechen Experten von Fungibilität: Die Wertpapiere, Güter oder Devisen sollten möglichst leicht austauschbar sein. Fungibilität gilt als Voraussetzung für den Börsenhandel.

Abschließend ist auch das Ziel Verantwortung nicht unbedeutend. Ethische Aspekte sollten beim Thema Geldanlage ebenfalls eine Rolle spielen. Idealerweise verfolgt das Projekt, in das Anleger investieren, ökologische oder soziale Ziele. Darüber hinaus sollte die Geldanlage kein vom Anleger abgelehntes Projekt, wie beispielsweise Kinderarbeit oder Rüsten, finanzieren.

Wie bereits erwähnt, können in der Realität nicht alle Ziele erfüllt werden. Damit verhalten sich diese Ziele konkurrierend zueinander. Heute spricht man vom Dilemma des Magischen Tetraeders. Ein weiterer Faktor, der bei der Wahl der Geldanlage eine wichtige Rolle spielt ist die Versteuerung. Schließlich sind Kapitaleinkünfte einkommenssteuerpflicht. Aktien unterliegen dem Halbeinkünfteverfahren und Fonds sind gerade bei unterjährigen Verkäufen zu 100 % steuerpflichtig.

Die wohl einfachste und älteste Form des Sparens dürfte noch immer das gute alte Sparschwein sein. Mittlerweile wählen viele Menschen auch Briefumschläge oder den sprichwörtlichen Sparstrumpf. Genau genommen handelt es sich hierbei nicht um eine Geldanlage. Schließlich muss ein Anlageprodukt verzinst sein um als solches zu gelten. Das Sparschwein hingegen wirft in der Regel keine Zinsen ab – im Gegenteil: Langfristig müssen Kunden auf Grund der Inflation mit einem Verlust rechnen.

Eine sehr einfache Form der Geldanlage sind Sichteinlagen. Zu den wichtigsten Formen zählt beispielsweise das Girokonto. Bei einem Girokonto erhalten Kunden in der Regel einen gewissen Guthabenzinssatz. Wenn man so möchte, könnte man das Girokonto als Geldanlage verwenden. Da jedoch in der Praxis immer wieder Beträge eingezahlt und abgebucht werden, lassen sich Girokonten nur schlecht als Geldanlage verwenden.

Eine weitere Form der Sichteinlage ist das Tagesgeldkonto. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Sparanlage für Kleinanleger. Mittlerweile boomt das Geschäft und zahlreiche Filialbanken und Direktbanken bieten ihren Kunden die Möglichkeit, ihr Vermögen in Tagesgeld zu investieren. Ein Merkmal von Sichteinlagen ist die tägliche Verfügbarkeit. Kunden können in der Regel jederzeit über ihr Girokonto und Tagesgeld verfügen.
Sichteinlagen unterscheiden sich deutlich von Spareinlagen. Sichteinlagen eignen sich nicht besonders gut als Sparanlage, da die Verzinsung der Banken in der Regel sehr gering ist. In der Realität bleibt oft ein gewisser Geldbetrag auf dem Konto, der auch mittelfristig nicht angetastet wird. Grundsätzlich sind die Sichteinlagen dazu da, das Risiko durch Bargeldhaltung zu verringern. Gefahren bestehen beispielsweise durch Diebstahl, Feuer oder Verlust.

Eine der beliebtesten Formen der Geldanlage ist die Spareinlage. Diese spielt bei vielen Privatanlegern eine ganz besondere Rolle. Hierzu kann der Sparbrief oder das Sparbuch gezählt werden. Zu den Voraussetzungen von Spareinlagen gehört beispielsweise die Ausfertigung einer Urkunde, in der Regel eines Sparbuchs, in der die Einlagen gekennzeichnet werden. Darüber hinaus sind Spareinlagen nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt.

Spareinlagen werden zudem nicht von Kapitalgesellschaften, Genossenschaften oder anderen Unternehmen angenommen sondern sind hauptsächlich für Privatpersonen geeignet. Abschließend muss die Spareinlage mit einer Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten versehen sein.

Neben den gängigen Geldanlagen spielen gerade für Großanleger die festverzinslichen Wertpapiere eine wichtige Rolle. Diese Wertpapiere werden von Banken zum Kauf angeboten und werden in der Regel für kommunale Vorhaben bereitgestellt. Dazu kann der Kanalbau, Erschließung von Gewerbegebiten oder der Ausbau des Verkehrs- und Fernsprechnetzes gehören. Die Zinsen liegen in der Regel zwischen fünf bis sechs Prozent, orientieren sich jedoch an der aktuellen Stimmung an der Börse.

Eine der beliebtesten Formen der Geldanlage ist zweifellos das Wertpapiergeschäft an der Börse. Mit einer Aktie können Anleger ein Anteilsrecht am Grundkapital einer Aktiengesellschaft erwerben. Der Wert einer Aktie ergibt sich durch Angebot und Nachfrage, dabei entscheidet ein Aktionär im Rahmen einer Hauptversammlung über die Geschäftspolitik des Unternehmens. In der Praxis befinden sich große Aktienpakete im Besitz von größeren Institutionen. Dadurch haben Kleinanleger relativ wenig Einflussmöglichkeiten.

Für den Anleger ist die Dividende natürlich mit am Interessantesten. Schließlich ergibt sich so der Wert dieser Geldanlage. Dividenden werden von Aktiengesellschaft in unregelmäßigen Abständen ausgeschüttet. Doch gerade große Firmen mit hohem Investitionsbedarf verzichten oft auf eine Dividendenausschüttung. In solchen Fällen erwarten Anleger jedoch, dass sich der Aktienkurs positiv entwickelt. In der Regel zahlen Ölmultis, Versorger und einige Geldinstitute hohe Dividenden aus.

Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten spielt das Thema Edelmetall eine wichtige Rolle. Dabei kann man grundsätzlich sagen: Je höher die Inflation, desto größer die Verlockung für viele Anleger in Gold zu investieren. Schließlich kommt es gerade in Rezessionen oft vor, dass die Realverzinsung relativ gering ausfällt.

Wenn dann die Inflation höher ausfällt als der eigentliche Zinsertrag, greifen viele zum Gold. Als es in Entwicklungsländer wie Argentinien oder Zimbabwe in der Vergangenheit zu einer galoppierenden Inflation oder zur Hyperinflation kam, wurde das Papiergeld entgültig in Edelmetall umgetauscht um ein Vermögen auch über eine Währungsreform hinaus zu erhalten.

Anleger können ihr Geld außerdem in Kunst und Wertgegenstände investieren. Unter Kennern und Nostalgikern kann das Investieren in Autos verlockend erscheinen. Besonders wichtig ist in diesem Fall eine genaue Kenntnis des Marktes. Darüber hinaus sollte man in diesem Fall wissen, welche Autos sich im Wert steigern werden oder nicht. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sich Autos ab einem Wert von mehr als 50.000 Euro lohnen. Grundkenntnisse in der Pflege der Fahrzeuge sind ebenfalls unerlässlich.

Zu den übrigen Anlagemöglichkeitn in dieser Kategorie zählen die Raritäten. Hierbei handelt es sich um Gegenstände die schon von Anfang an in limitierter Auflage erschienen. Dazu können beispielsweise CDs zählen. Auch hier ist die Geldanlage stets mit einem Risiko verbunden: Speziell beim Thema CDs kann es immer wieder zu einer Neuauflage kommen. Wenn nach einigen Jahren eine CD vergriffen ist, die im Laufe der Jahre auf bis zu 200 bis 300 Euro steigt, wird bei einer Neuauflage der CD der Wert der ersten Auflage vermutlich auf den ursprünglichen Kaufpreis zurückfallen.

Abschließend lohnt sich ein Blick auf eine der beliebtesten Formen der Geldanlage: Dem Immobiliengeschäft. Wer intensiv in Immobilien investieren möchte, sollte sich ein Kriterium gut einprägen: Die Lage der Immobilie. Die Lage entscheidet oft über die Wertsteigerung. Eine Immobilie kann zur direkten Nutzung oder durch Fremdnutzung als Geldanlage verwendet werden. Die Rendite ergibt sich zum einen aus dem Ertrag durch Vermietung und Verpachtung und idealerweise aus einer positive Wertentwicklung.

Das Immobiliengeschäft hat einen entscheidenden Vorteil: Die Der Grund und Boden ist in der Regel weitgehend vor Inflation geschützt. Schließlich steht Grund und Boden nicht gerade als vermehrbares Gut sondern bleibt in der Regel langfrsitig stabil. Das Gebäude hingegen kann im Laufe der Zeit sehr leicht an Wert verlieren. Gründe hierfür sind beispielsweise die Bauweise des Gebäudes, veränderte gesetzliche Vorschriften und vor allem die laufende Abnutzung.

Eine Immobilie ist dann effektiv wenn die Einnahmen durch Vermietung so hoch sind, um die Kosten für die Renovierung und andere Investitionen auszugleichen. Wer langfristig in Immobilien investiert profitiert von einem entscheidenden Vorteil: Je mehr Immobilien, desto höher ist auch die Rendite.

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass die Geldanlage durch das Magische Tetraeders geprägt ist. Hohe Sicherheit, Rendite, Liquidität und Verantwortung laufen zueinander konkurrierend. In der Realität sind diese Ziele nicht alle gleichzeitig erreichbar. Zu den wichtigsten Anlagemöglichkeiten zählen Spareinlagen, Das Wertpapiergeschäft, die Investition in Gold und in Immobilien. Anleger haben die Möglichkeit sich an einen Anlageberater zu wenden. Geldinstitute stellen es ihren Kunden in der Regel frei, wieviel Risiko sie bei der Wahl einer Geldanlage eingehen möchten.

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